Die Inspiration für meine Skulpturen

Wolfgang Sandt, Sonnenwind
Sonnenwind

Bei meinen Lichtsteinen lasse ich mich von der Natur inspirieren. Von Himmel, Wolken, Wasser, Feuer, alles Dinge, die flüchtig, wenig greifbar und zumindest bis zu einem gewissen Maße von Licht erfüllt sind.

Die Ungreifbarkeit und beständige Veränderung, welche den meisten dieser Naturerscheinungen zu eigen ist, steht in Kontrast zu unserer Wahrnehmung der Erde als etwas Festem und Unveränderlichem.

Dass diese Wahrnehmung trügerisch ist, weiß jeder, der einmal ein Erdbeben oder einen Vulkanausbruch erlebt hat oder auch nur Setzungsrisse im Verputz seines Hauses reparieren musste.

Unwillkürlich drängt sich die Frage auf, was bleibt, wenn unsere vermeintlichen Sicherheiten ins Wanken geraten. Wenn etwas, das wir unbedingt festhalten wollen, uns unweigerlich aus den Händen gleitet.

Welche Werte gelten noch, wenn sich ein hartes, scheinbar für die Ewigkeit gemachtes Material wie Stein plötzlich in Licht auflöst?

 

Natürlich nehme ich diese Fragestellung auch bei vielen meiner anderen Skulpturen auf, bei den fragilen Stelen beispielsweise, oder bei meinen Skulpturen von Häusern in allen erdenklichen instabilen oder höchst prekären Situationen.

Was bleibt übrig von der Vorstellung von der Sicherheit der eigenen vier Wände, „My Home is my Castle“, für die in unserem Denken das Haus steht?

Auch meine Bootsskulpturen sind natürlich von der Idee des Veränderlichen inspiriert, wenngleich das Boot, im Gegensatz zum Haus, von vornherein auch ein Symbol für Reise und damit verbundene Unsicherheiten, für Neues, für Übergänge, kurz für Veränderung ist.

Und so ist Veränderung letztlich die einzige Sicherheit, die uns zuverlässig bleibt.

 

 

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